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   2006 © Skilift Schindelberg AG
Mythos Schindelberg

Von der Idee... zum Top-Skilift im Emmental

Der „Schingubärg“ ist über das Emmental hinaus Wintersportlerinnen und –sportlern ein Be-griff. Tausende von enthusiastischen Schneesportlerinnen und Schneesportlern haben in Linden ihre ersten Fahrversuche auf zwei Brettern - oder später auch auf einem – unter-nommen.

Anlässlich der Generalversammlung 2005 der Skilift Schindelberg AG feierten die anwesen-den Aktionärinnen und Aktionäre die Inbetriebnahme des ersten Skiliftes in Linden vor vierzig Jahren. Aber wer hatte eigentlich die Idee, einen Skilift in Linden zu bauen?

Vor dem Bau des ersten Liftes gab es eine Eisenstange, an welcher sich die Skifahrerinnen und Skifahrer festhalten konnten. An der Stange war ein Seil befestigt. Dieses wurde mit einem VW-Motor nach oben gezogen. Der Preis pro Fahrt betrug 50 Rappen. Es braucht wohl kaum erwähnt zu werden, dass dieser „Skilift“ heutigen Sicherheitsanforderungen in keiner Weise entsprach. Die Betreiber dieses Skiliftes waren Robert Schlapbach und Fritz Delsberger aus Heimenschwand, sowie Paul Steiner aus Oberdiessbach.

So entstand denn auch die Idee, einen Skilift zu bauen. Es waren dann vor allem die beiden Autogaragisten Hans Linder und Hans Bachmann, welche die Idee zum Bau eines ersten Skiliftes vorantrieben. Die beiden wurden unterstützt durch den damaligen Gemeindeschrei-ber Hans Siegenthaler.

Diese drei „Lingeler“ kauften 1965 in Sörenberg einen Occasion-Skilift mit Jahrgang 1950. Die Bezahlung erfolgte gleichenorts und zwar „bar auf die Hand“. Die als Kaufpreis verein-barten Fr. 20'000.- wurden von Hans Siegenthaler vorerst der „ELEKTRA“-Kasse „entlehnt“...

Im Anschluss an diesen Handel wurde die Skilift Schindelberg AG gegründet und das Akti-enkapital von den Aktionären einbezahlt.

Der Transport des Skilifts von Sörenberg nach Linden spät abends erfolgte nicht ohne Zwi-schenfälle: So musste bei einer Eisenbahnbücke in Schüpfheim die Luft in den Reifen des Lastwagens abgesenkt werden, damit es ein überhaupt ein Durchkommen gab!

Am 31. Dezember 1965 wurde der Skilift (Länge 760m) schliesslich in Betrieb genommen. Die Tageseinnahmen betrugen Fr. 65.80!

1969 wurden ein zweiter, neuer Skilift (Länge 1000m) und ein Kinderlift (Länge 140m) er-worben. Als weitere Attraktion kamen später auch das Abendskifahren auf gut beleuchteter Piste und eine Langlaufloipe hinzu. Diese ist mit derjenigen von Heimenschwand verbunden. und abends teilweise beleuchtet.

Im Jahr 2004 erfolgte die Anschaffung eines neuen Pistenfahrzeuges mit Fräse und Planier-schild. Seither präsentieren sich die Pisten immer in einem ausgezeichneten Zustand. Weiter wurden am Kinderlift „Wellen“ geformt und diverse Comicfiguren aufgestellt. Erfreulicherwei-se wurde auch der Betrieb einer Skischule wieder aufgenommen.

Seit der letzten Wintersaison ist die Skilift Schindelberg AG auch auf dem Internet unter www.skilift-linden.ch präsent. Ebenfalls seit einem Jahr können mit einer mobilen Beschnei-ungsanlage punktuell schneearme Stellen beschneit werden.

Seit der ersten Inbetriebnahme am Silvester 1965 waren die Skilifte pro Saison während durchschnittlich 36 Tagen in Betrieb. Aufgrund von Schneemangel konnte nur gerade wäh-rend drei Saisons kein Skiliftbetrieb aufgenommen werden.

Die Dividendenzahlung an die Aktionäre beträgt pro Jahr über sieben Prozent. Die Aktien sind allerdings kaum käuflich, sondern werden in der Regel vererbt. Für Kontinuität ist aber nicht nur im Aktionariat, sondern auch im Verwaltungsrat gesorgt: Mit Erich Kobel aus Thun ist im Verwaltungsrat noch immer der gleiche Kassier wie vor vierzig Jahren tätig.

Die Skilift Schindelberg AG hat eine traditionsreiche und bewegte Vergangenheit hinter sich. Vieles hat sich seit den Skilift-Anfängen am Schindelberg verändert. Doch etwas wird auch in Zukunft bleiben: Sobald sich der Schindelberg in den kalten Wintermonaten wieder in seinem weissen Kleid präsentiert, werden wiederum Hundertschaften von Schneesportlerinnen und –sportlern nach Linden strömen und mit Begeisterung die weissen Hänge des Lindender Hausberges hinuntergleiten. Andreas Röthenmund, Linden